Böden entsiegeln, Wasser speichern: Jetzt auch in Biberist!
Heisser Road-Trip durch Biberist
Es ist Anfang August, mit 33° keiner der heissesten Tage dieses denkwürdigen Sommers. Wir gehen auf Temperaturmess – Mission ins Dorf. Kaum auf der Strasse, ist die heisse Abstrahlung des omnipräsenten Asphalts sofort spürbar. Asphalt kann sich bis zu 60 – 70 ° aufheizen und entsprechend Wärme abgeben, das werden wir noch zur Genüge fühlen an diesem Nachmittag. So freuen wir uns über jeden Baum, jede Hecke, die ihren Schatten auf die Strasse werfen.
Erster Halt Post/Dorfhof. Wir messen 55.4° und sind froh rasch wieder aufs Velo steigen zu können. Postkreisel. Die Autoschlange zieht an uns vorüber, heisse Abluft produzierend – von den Treibhausgasen nicht zu reden – aber die Insassen sind angenehm klimatisiert. Es ist eines der Bilder, die uns bleiben von diesem Sommer: Wir schützen uns vor der Hitze, indem wir sie noch weiter befeuern.
Weiter der Hauptstrasse entlang – da hat es kaum ein Pflänzchen, das Kühlung verspricht – zum St. Ursen-Kreisel. Vor uns liegt ein baulich schönes Ensemble von Schulhaus und Gemeindehaus, doch rundum grosse mehrheitlich versiegelte Flächen. Wir messen 61.7° beim Gemeindehaus, beim Flury-Beck 61.7° und beim St. Ursen-Kreisel 68.2°
Wir müssen und können mehr tun
Diese Zahlen zeigen, dass wir unseren Siedlungsraum anders gestalten müssen. Die sogenannte Schwammstadt muss in den Köpfen von Bauverantwortlichen und Gemeinderat, Architekten und in der Bevölkerung ankommen. Das heisst: Entsiegelung der Böden und die Pflanzung von Gehölzen für die Beschattung. Dies bringt Hitzemilderung und ein angenehmes Lokalklima. Sehr eindrücklich dazu die Messung auf dem Pausenplatz im oberen Schulhaus unter den Bäumen, wo wir angenehme 27° messen.

Mit dem Schwammstadtkonzept wird der Wasserkreislauf besser reguliert. Statt das Regenwasser über die Kanalisation abzuleiten, versickert es, wird gereinigt und reichert das Grundwasser an. Durchlässige Böden speichern das Wasser und geben es über die Vegetation wieder ab. Dies gilt vor allem für den Siedlungsraum. Auf landwirtschaftlich genutzten Flächen wie dem Bleichenberg oder dem Schwerzimoos gibt es andere Ansätze, Regenwasser länger verfügbar zu halten. Betriebe im Bucheggberg sammeln mit sogenannten Key-Lines (Retensionsgräben) das Regenwasser um es effizienter nutzen zu können
Wir müssen mehr tun. Die nächsten heissen Sommer kommen bestimmt.
Die GRÜNEN Schweiz haben einen Hitzeplan erarbeitet mit einer umfassenden Palette an Massnahmen: